Skip to main content

Der kreisrunde Haarausfall – wie man ihn effektiv bekämpft

Verfasst von: Hairwin Redaktion

Veröffentlicht: 26.09.2018

Aktualisiert: 04.11.2018


kreisrunder Haarausfall

Charakteristisch für den kreisrunden Haarausfall: kahle ovale Stellen am gesamten Kopf.

Der kreisrunde Haarausfall ist eine entzündliche Form des Haarverlustes. Symptom ist das plötzliche Ausfallen der Haare an vereinzelten Stellen, wodurch sich runde/ovale kahle Stellen am Kopf bilden. 

Trotz der Tatsache, dass diese Form des Haarausfalles schon lange bekannt ist und in Deutschland schätzungsweise über 1,5 Millionen Menschen darunter leiden, ist dieser bis heute weitestgehend unerforscht. 

Die Medizin geht davon aus, dass eine Störung des körpereigenen Immunsystems für den plötzlichen Verlust der Haare verantwortlich ist. 

In diesem Artikel erfahren Sie die Ursachen und Symptome der „Alopecia areata“. Außerdem werfen wir einen genauen Blick auf die verschiedenen Therapiemöglichkeiten.


Therapie gegen kreisrunden Haarausfall

 

Therapiemöglichkeiten bei kreisrundem Haarausfall

 

 


Ursachen von kreisrundem Haarausfall

Die genauen Ursachen von kreisrundem Haarausfall sind bis heute leider ungeklärt. Die Medizin hat jedoch einen schlüssigen Anhaltspunkt, welcher den Ausbruch der Krankheit erklären könnte. Das eigene Immunsystem. 

Kreisrunder Haarausfall und das Immunsystem

Das eigene Immunsystem erkennt die Haare als Fremdkörper und bekämpft diese. Es kommt zum kreisrunden Haarausfall.

Forscher gehen davon aus, dass das eigene Abwehrsystem – in Folge einer Störung- für den kreisrunden Haarausfall verantwortlich ist. Demnach greifen die eigenen Immunzellen die Haarfollikel an, weil diese als Fremdkörper erkannt werden. 

Infolgedessen entzünden sich die Haarwurzeln, das Haarwachstum kommt zum Stillstand und die Haare fallen aus

Es ist davon auszugehen, dass diese Autoimmunerkrankung  mit erblichen Faktoren zusammenhängt. Wenn beispielsweise ein Elternteil bereits an kreisrundem Haarausfall leidet, steigt das Risiko einer Erkrankung deutlich an. Während das Erkrankungsrisiko der Allgemeinheit bei etwa zwei Prozent liegt, tragen erblich vorbelastete Menschen ein Risiko von etwa sechs Prozent. Also dreimal so hoch.

 

 

 

Des weiteren treten einige Erkrankungen auffällig häufig mit kreisrundem Haarausfall auf:



  • Heuschnupfen (Allergie)

  • Neurodermitis (chronische Hauterkrankung

  • Vitiligo (Weißfleckenkrankheit)

  • Schilddrüsenerkrankungen (meist chronisch entzündlich

  • Morbus Addison (Nebennierenrindeninsuffizienz)

  • Psoriasis (Schuppenflechte)

  • allergisches Asthma (Atemwegserkrankung

  • Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte)

  • Down-Syndrom (jeder zehnte Patient ist von kreisrundem Haarausfall betroffen)
 

Einige Patienten berichten, dass der kreisrunde Haarausfall das erste Mal in Verbindung mit psychischer Belastung auftrat. Wissenschaftler konnten jedoch bisher keinen Zusammenhang zwischen psychischer Belastung und dem kreisrunden Haarausfall nachweisen.


Verlauf des kreisrunden Haarausfalles

kreisrunder Haarausfall Verlauf

Der Verlauf der Alopecia Areata verläuft von Fall zu Fall sehr unterschiedlich.

Der Verlauf von kreisrundem Haarausfall variiert von Fall zu Fall sehr stark. Bei jedem dritten Betroffenen wachsen die kahlen Stellen innerhalb der ersten sechs Monate von selbst wieder zu.

Nach bereits einem Jahr nach Erkrankungsbeginn sind bei jedem zweiten Patienten keine kahlen Stellen mehr erkennbar.

Im Allgemeinen tritt kreisrunder Haarausfall in regelmäßigen Schüben auf. Auch nach mehreren Jahren ohne Beschwerden, kann es zu einem Rückfall kommen.

 

Der eigentliche Verlauf des kreisrunden Haarausfalles wurde von Medizinern in sechs verschiedene Stufen unterteilt. Diese orientieren sich am Ausmaß der Erkrankung.



  • Alopecia areata unilocularis ( lediglich eine kleine Stelle ist vom Haarausfall betroffen)

  • Alopecia areata multilocularis (der Haarausfall tritt an mehreren Stellen des Kopfes auf)

  • Alopecia areata subtotalis ( der Haarausfall erstreckt sich über den gesamten Kopf)

  • Alopecia areata totalis (das gesamte Haupthaar am Kopf fällt aus)

  • Alopecia areata universalis (das gesamte Körperhaar (Augenbrauen, Armbehaarung etc.) fällt aus)

  • Ophiasis Variante (Dieser Verlauf äußert sich durch das auffällige Ausfallmuster an den Randbereichen des Kopfes. Meist sind die Stirn, die Schläfen und der Nacken betroffen.)

 

Mediziner haben festgestellt, dass bei Menschen mit folgenden Vorbelastungen eine geringe Chance besteht, dass sich der kreisrunde Haarausfall von alleine wieder zurückbildet:



  • Patienten, bei denen der Haarausfall bereits im Kindesalter auftritt.

  • Menschen, bei denen kreisrunder Haarausfall bereits in der Familie auftrat.

  • Kreisrunder Haarausfall in Kombination mit Neurodermitis und/oder schwerwiegenden Nagelveränderungen.

  • Patienten, welche an der Ophiasis Variante (siehe oben) erkrankt sind.

Diagnosestellung bei kreisrundem Haarausfall

Diagnose kreisrunder Haarausfall

Ein wichtiger Teil der Diagnosestellung ist das persönliche Gespräch mit dem Patienten.

Der erste Schritt einer Anamnese ist die Betrachtung des Kopfes. Erster Hinweis für kreisrunden Haarausfall sind die typisch rund- oval kahlen Stellen, welche sich vom übrigen Haarbild klar abgrenzen.

Desweiteren kann der Arzt die betroffenen Areale mit einem Dermatoskop genauer untersuchen. Hierbei achtet der Dermatologe vor allem auf die Haare, welche sich am Rand der betroffenen Stellen befinden.

Diese sind typischerweise kurz und dick, und lassen sich verhältnismäßig leicht herausziehen. Meist werden diese Haare zur Wurzel hin dünner.

Ein weiterer wichtiger Teil der Anamnese ist das persönliche Gespräch mit dem Patienten. Hier werden weitere wichtige Punkte abgeklärt. Zum Beispiel, wann der Haarausfall bemerkt wurde und ob weitere Krankheitsbilder (Neurodermitis, allergisches Asthma) vorliegen, welche häufig zusammen mit kreisrundem Haarausfall auftreten.

Außerdem kann es sinnvoll sein eine Gewebeprobe zu entnehmen, in der sich mikroskopisch-entzündliche Veränderungen in der Haarschaft nachweisen lassen.


Therapiemöglichkeiten gegen kreisrunden Haarausfall

Therapie gegen kreisrunden Haarausfall

Die Medizin bietet sowohl systemische als auch topische Therapieansätze gegen kreisrunden Haarausfall.

Bevor eine Therapie gegen kreisrunden Haarausfall begonnen wird, sollte unbedingt ein Dermatologe zu Rate gezogen werden. In vielen Fällen ist eine Behandlung gar nicht nötig.

Denn der kreisrunde Haarausfall ist – in vielen Fällen- eine reversible Erkrankung. Das bedeutet, dass die kahlen Stellen innerhalb weniger Monate von alleine zuwachsen. 

Wenn dies nicht der Fall ist sollte vorab erwähnt werden, dass sich der kreisrunde Haarausfall ursächlich nicht heilen lässt. Es ist daher nur eine symptomatische Therapie möglich, mit welcher sich jedoch gute Ergebnisse erzielen lassen.

 

Zwischen den Therapieansätzen unterscheidet man, wie bei der androgenetischen Alopezie, zwischen der topischen (äußerlich angewendeten) und der systemischen ( innerlich angewendet – Tabletten etc.) Behandlung.


Topische Therapie bei Alopecia Areata

Thymuspetide bei kreisrundem Haarausfall

Auch wenn die meisten Formen des Haarausfalles (androgenetische Alopezie, Alopecia Areata, diffuser Haarausfall) teilweise durch eine Erbkomponente ausgelöst werden, spielen auch der eigene Lebensstil sowie verschiedene Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle. Diese Faktoren können sich ebenfalls entscheidend auf den Haarwuchs auswirken.

Umso wichtiger ist es für Betroffene, das natürliche Haarwachstum zu unterstützen. An diesem Punkt kommen die Thymuspetide ins Spiel.

 

Was Thymuspetide sind
Die Thymusdrüse ist ein Organ, welches in der Brusthöhle liegt und eine sehr wichtige Rolle für unser Immunsystem spielt. Denn hier werden die T-Lymphozyten  gebildet welche dem Körper dabei helfen, Bakterien oder Viren zu erkennen.
Wie sich Thymuspetide auf den Haarausfall auswirken
Thymuspetide bei Haarausfall

Thymuspetide wirken sich nachweislich stärkend auf die Haarfollikel aus, sind nebenwirkungsfrei und für jede Form des Haarverlustes geeignet.

Ergebnisse aus verschiedensten Studien und langfristige Anwendungsbeobachtungen haben gezeigt, dass Thymuspetide regenerierend und stärkend auf die Haarfollikel einwirken. Durch die Verbesserung der Zellversorgung der Haarfollikel, kann die Wachstumsphase der Haare signifikant verlängert werden.

Außerdem wird durch die Therapie die Bildung neuer Haarzellen angeregt.

Dieser Wirkungsmechanismus ist hauptsächlich für die guten Ergebnisse verantwortlich.

 

Da es sich bei Thymuspetiden um organische Verbindungen handelt, stellt der Körper diese auch selbst her. Die Haarfollikel nehmen diese auf und stärken somit die Haarwurzel. Dieser natürliche Vorgang verläuft in jungen Jahren von selbst.

Erst wenn das hormonelle Gleichgewicht gestört wird (Alter, Umwelteinflüsse, Stress etc.), kann der Körper die Haarfollikel nicht mehr ausreichend versorgen. Mit Thymuspetid- haltigen Präparaten kann man dieser Entwicklung effektiv entgegenwirken.

 

Thymuspetide sind nebenwirkungsfrei

Die Forschung hat es geschafft, das Thymusdrüsen – Extrakt in seiner Petidenstruktur ganzheitlich nachzubilden. Während der Wirkstoff früher noch aus tierischen Quellen bezogen wurde und dadurch sehr nebenwirkungsreich war, verläuft eine Behandlung heut zu Tage völlig nebenwirkungsfrei.

Zwar können Arzneimittel wie beispielsweise Minoxidil ebenfalls gute Ergebnisse erzielen, verursachen aber bei vielen Betroffenen zahlreiche Nebenwirkungen.

Thymuspetid- haltige Präparate (z.B Thymuskin) sind daher eine sehr gute natürliche Alternative zu chemischen Wirkstoffen.

 

Topische Cortisoneinnahme

Die Einnahme von Kortikoiden ist sowohl topisch als auch systemisch möglich. In vielen Fällen wird mit Cremes oder Lösungen gearbeitet, welche Cortison beinhalten. Der Therapieerfolg variiert sehr stark. Bei einigen Patienten kommt es noch während der Behandlung zu Rückfällen.

In etwa fünfzig Prozent der Fälle kann diese topische Therapie jedoch die Haare wieder wachsen lassen.

Gängige Wirkstoffe sind:



  • Amcinonid

  • Mometason

  • Betamethason

  • Clobetasol- Propionat

 

DCP Immuntherapie gegen kreisrunden Haarausfall

DCP Therapie gegen kreisrunden Haarausfall

Durch eine Allergieerzeugung soll das Immunsystem daran gehindert werden, die Haarfollikel anzugreifen.

Die Immuntherapie DCP (Diphenylcyclopropenon) gilt als die vielversprechendste Behandlung bei schweren Fällen der Alopecia Areata. Laut der Universitäts- Hautklinik in München (unter Leitung von Prof. Dr. Wolff), ist bei etwa 30 bis 40% der Patienten eine kosmetisch akzeptable Verbesserung der Haarsituation zu erwarten.

Ziel der Therapie ist es das Immunsystem zu beschäftigen, indem eine Kontaktallergie erzeugt wird. 

Bis es jedoch zu einem nennenswerten Therapieerfolg kommt, können bei konsequenter Behandlung zwischen 16 bis 43 Wochen vergehen. DCP ist also eine langwierige Therapie.

 

Grundlage einer Behandlung mit Diphenylcyclopropenon ist das Auslösen einer Kontaktallergie, welche sich durch Rötungen und Juckreiz an den behandelnden Stellen bemerkbar macht.

 

Ablauf der DCP Therapie

Die Behandlung beginnt zunächst mit einer Allergieerzeugung,indem eine 2%ige DCP Lösung auf die Kopfhaut aufgetragen wird. Es kommt zu einer Kontaktallergie. 

Nach etwa zwei Wochen beginnt die Phase der Konzentrationsermittlung. Nun wird wöchentlich die individuelle Konzentration an DCP ermittelt, welche ein therapeutisch wirksames Ekzem (Rötung der Haut, Schuppen) hervorruft.

Die daraus ermittelte Konzentration an DCP wird nun 1x wöchentlich aufgetragen. Das Auftragen der Lösung muss vorsichtig erfolgen, da die Augen vor der Substanz unbedingt geschützt werden sollten. 

Dieses Prozedere kann sich zwischen einem und eineinhalb Jahren hinziehen.

Die Haare sollten nach der Behandlung drei Tage nicht gewaschen werden. Außerdem sollte starkes Sonnenlicht gemieden werden, da es die Kontaktallergie verstärken kann.

Falls sich nach einem halben Jahr keine Besserung der Haarsituation  feststellen lässt, kann ein Abbruch der Therapie in Erwägung gezogen werden.

Für Kinder ist eine Behandlung mit DCP grundsätzlich nicht geeignet.

 

Kosten einer DCP Behandlung

Da es sich bei DCP um kein zugelassenes Medikament handelt, müssen die Patienten die Behandlung in aller Regel selbst bezahlen. 

Die Kosten betragen für eine einjährige Behandlung etwa 920 EUR.

Trotz der Tatsache, dass mehrere Studien die Wirksamkeit von DCP nachgewiesen haben, hat bis heute kein einziges Pharmaunternehmen die nötigen Daten an die Gesundheitsbehörde erbracht, welche für eine Zulassung nötig wären.

Alternativmethode Quadratsäure

Sollte der Erfolg bei einer DCP Therapie ausbleiben haben Betroffene die Möglichkeit, SADBE (Quadratsäure) zu verwenden. Der Wirkstoff wird in erster Linie zur Behandlung gegen Warzen eingesetzt.

Quadratsäure löst genau wie DCP eine Kontaktallergie aus. Das Behandlungsprinzip ist identisch. 

 

Nebenwirkungen der DCP Therapie
Ekzemherd DCP Therapie

Bei einer Ausdehnung der Ekzemherde muss die Therapie unterbrochen werden.

Da es sich bei DCP um eine Immuntherapie handelt, sind Rötungen, Juckreiz und Schuppen die häufigsten Nebenwirkungen. Diese sind jedoch für einen Therapieerfolg in geringem Maße notwendig. 

Kommt es jedoch zu einer Blasenbildung, Nässungen oder einer Ausdehnung der Ekzemherde, muss die Behandlung bei Bedarf unterbrochen werden. Wenn eine geringere Dosierung zu keiner Besserung führt, muss die Therapie abgebrochen werden. 

Des weiteren wird eine Schwellung der Lymphknoten im Nackenbereich häufig beobachtet, welche sich nach Beendigung der Behandlung von selbst wieder zurückbildet.

 

 

 



  • Schwangere und stillende Frauen dürfen keine DCP Therapie durchführen! Es liegen bislang keine ausreichenden Erfahrungen vor, ob und wie das Kind dauerhaft geschädigt wird. 

  • Patienten mit Hauterkrankungen sollten ebenfalls vorsichtig sein. Es ist möglich, dass unter der Behandlung von DCP das Ausbrechen dieser Erkrankungen provoziert werden.
 

Auch für Menschen mit der Weißfleckenkrankheit eignet sich eine DCP Therapie nicht.

 

Therapieverlauf und Prognose

Verläuft die Therapie erfolgreich ist darauf hinzuweisen, dass es nach dem Absetzen von DCP jederzeit wieder zu einem Rückfall kommen kann. Die Therapie sollte daher nicht von „jetzt auf gleich“ beendet werden.

Ein langsames Ausschleichen der Medikation ist wesentlich sinnvoller. Jedoch kann es auch bei diesem Ansatz zu einem erneuten Haarverlust kommen. 

Tritt während der Behandlung ein Schub der Alopecia Areata ein, können neu gewonnene Haare wieder ausfallen. Die Erfahrung zeigt, dass DCP auf die Schubentwicklung des kreisrunden Haarausfalles keinen Einfluss hat. 

Spricht man einmal auf die Therapie mit DCP gut an ist die Wahrscheinlichkeit groß, bei einem erneuten Schub wieder gute Ergebnisse zu erzielen. 


Systemische Therapie bei Alopecia Areata

Zink

Wenn der kreisrunde Haarausfall erst vor kurzer Zeit begonnen hat und zudem schwach ausgeprägt ist, empfiehlt sich eine Therapie mit Zinktabletten. Zink hat die Eigenschaft, Entzündungen entgegenzuwirken.

 

Dieser Therapieansatz ist nur für schwach ausgeprägten Haarausfall zu empfehlen, da die Wirkung bei stark ausgeprägtem Haarverlust höchstwahrscheinlich ausbleibt. Der große Vorteil von Zinktabletten ist jedoch das Ausbleiben von Nebenwirkungen.

Cortison

Die Anwendung von Cortison wird in besonders schweren und langwierigen Fällen in Form vom Kortikoid Prednisolon verschrieben. Ansatz der Therapie ist es, die durch das Immunsystem ausgelösten Entzündungen an den Haarfollikeln zu lindern.

Es besteht auch die Möglichkeit, kleine Herde von kreisrundem Haarausfall mit Cortison Spritzen zu behandeln. Diese Methode ist jedoch nicht für kahle Stellen an den Schläfen und im Scheitelbereich geeignet. Der Arzt muss beim injizieren sehr gewissenhaft vorgehen. Er muss die verabreichte Gesamtdosis stetig überwachen.

Andernfalls kann es passieren, dass die Kortikoide in relevanten Mengen in die Blutbahn gelangen, und somit folgende Nebenwirkungen auslösen können:

Mögliche Nebenwirkungen der Cortison Therapie


  • Schwächung des Immunsystems (erhöhte Anfälligkeit für Infekte)

  • Wundheilungsstörungen

  • Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme)

  • Stoffwechselstörungen

  • Menstruationsstörungen

  • Cushing Syndrom (Mondgesicht- Veränderung der Körperformen)

Das Auftreten dieser Nebenwirkungen ist jedoch wahrscheinlicher, wenn das Cortison in Form von Tabletten eingenommen wird. Eine topische oder systemische Einnahme von Kortikoiden kommt nur in schweren Fällen von kreisrundem Haarausfall in Frage. 

Auch wenn diese Medikation bei den meisten Patienten gute Erfolge erzielt sollte darauf hingewiesen werden, dass eine dauerhafte Einnahme von Cortison nötig ist, um die Symptome der Alopecia areata zu bekämpfen. Durch diese Dosierung ist es sehr wahrscheinlich, dass eine oder mehrere Nebenwirkungen (siehe oben) eintreten.  

Setzt man die Medikation aus, kann es zu erneutem Haarausfall kommen.

 

PUVA Therapie gegen kreisrunden Haarausfall

PUVA ist eine von Dermatologen eingesetzte Therapie mit Psoralen ( natürlicher Wirkstoff aus ätherischen Ölen verschiedener Pflanzen) und UV-A Strahlen (langwelliges UV- Licht). Die Behandlung ist auch als Photochemotherapie bekannt.

Die Behandlung wird vor allem bei Krankheiten wie Neurodermitis, Schuppenflechte und der Weißfleckenkrankheit eingesetzt. In viele Fällen kann PUVA aber auch die Haare wieder wachsen lassen.

Wirkungsweise

Durch die Einnahme von Psoralen wird die Haut für UV Strahlen empfänglicher. Die langwelligen UV-A Strahlen dringen nun tief in die Haut ein und verlangsamen in erster Linie die Zellteilung der Haut. Zu sich schnell teilende Zellen werden zerstört. Durch diesen Vorgang werden die Immunzellen aktiviert, wodurch die Entzündungen der Haarfollikel gesenkt werden sollen.

Mögliche Nebenwirkungen

Die Therapie mit PUVA wird als sehr wirksam und nebenwirkungsarm angesehen. Folgende Nebenwirkungen können gelegentlich auftreten:



  • Juckreiz

  • Übelkeit (nach Tabletteneinnahme)

  • Hautrötungen (Sonnenbrand)

  • Hautveränderungen (Pigmentierung, Akne) – sehr selten

 

Sollten bei der Behandlung gravierende Hautveränderungen und/oder Rötungen auftreten, ist umgehend der behandelnde Arzt zu kontaktieren. Die Wahrscheinlichkeit an Hautkrebs zu erkranken könnte um ein vielfaches steigen!


Prognose bei kreisrundem Haarausfall

Der Verlauf der entzündlichen Erkrankung ist meist nicht vorherzusehen. Bei jungen Erwachsenen oder Kindern ist die Prognose meist besser.

In vielen Fällen heilt der kreisrunde Haarausfall im Laufe der Zeit von alleine aus. Die nachwachsenden Haare können zu Beginn sehr fein und farblos aus, bilden sich jedoch zu einem späteren Zeitpunkt wieder voll aus.

Trotz der spontanen Heilung kann es jederzeit zu einem neuen Schub – beziehungsweise zu einem Rückfall kommen.

Die Erfolgsrate der oben genannten Therapiemöglichkeiten sind eher wechselhaft. Verallgemeinernd ist festzuhalten, dass eine erfolgreiche Behandlung gegen kreisrunden Haarausfall vom Zeitpunkt des Behandlungsbeginnes maßgeblich abhängt.

Je früher mit einer Therapie begonnen wird, desto größer sind die dauerhaften Erfolgsaussichten.

Wenn der Ausbruch der Erkrankung jedoch länger als drei Jahre zurückliegt, ist die Prognose eher ungünstig.


Weitere Beiträge zum Thema:

 

 

 


Quellenangaben und Verweise:

Thymuspetide- Therapie

Online Information über kreisrunden Haarausfall

Dr. Bresser über kreisrunden Haarausfall

DCP Immuntherapie

Wolff, Hans, et. al.: Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen. Deutsches Ärzteblatt, Jg. 113, Heft 21