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Spannungshaarausfall- Wie Verspannungen der Schädelmuskulatur den Haarausfall fördern

Verfasst von: Hairwin Redaktion   Veröffentlicht: 11.11.2018   Aktualisiert: 28.11.2018


Spannungshaarausfall

Gerade an der Stirn tragen Verspannungen oft zu vermehrtem Haarausfall bei.

Der Spannungshaarausfall (Alopecia Contentionalis) definiert eine Form des erblich bedingten Haarverlustes, welche durch starke Verspannungen der Kopfhautmuskulatur entstehen soll.

Schaut man sich den klassischen Verlauf der androgenetischen Alopezie einmal genau an (Hamiton Nordwood Schema) so stellt man fest, dass gewisse Areale (Geheimratsecken, Tonsur) stärker von Haarausfall betroffen sind als andere.

 


Therapie gegen kreisrunden Haarausfall

 

Therapiemöglichkeiten gegen Spannungshaarausfall

 

 

 


Während die Haare am Scheitel meist schleichend ausdünnen, bilden sich an der oberen Stirn symmetrisch- kahle Stellen (Geheimratsecken). Auch die auffallend schnelle Bildung einer Tonsur wirft Fragen auf. Warum fallen die Haare an diesen Stellen stärker aus? Müssten nicht alle Haarwurzeln gleichschnell durch DHT geschwächt werden?

Verlauf des Spannungshaarausfalles

Eine mögliche Antwort auf diese Fragen könnte eine mögliche Verspannung der Schädelmuskulatur liefern. Diese kann dafür sorgen, dass der Haarausfall an besagten Stellen deutlich stärker auftreten kann.

Männer, welche unter starkem Stress stehen und generell eine hohe Konzentration im Alltag aufweisen, scheinen vermehrt zu einer Verspannung der Schädelmuskulatur zu neigen.

Die Verspannung konzentriert sich allem Anschein nach, bedingt durch den Verlauf der Muskulatur, auf die Scheitelbeine und die Stirn. Auch die Tonsur ist (wenn auch wesentlich weniger) von diesem Umstand betroffen.

In den ohnehin schlecht versorgten Haarfollikeln sammelt sich vermehrt DHT an, welches die Versorgung der Haarwurzel abschneidet. Durch diesen Mangel werden die Haarwurzeln letztendlich daran gehindert, in die Wachstumsphase überzugehen.

Die Haare verbleiben in der Ruhephase und wachsen nicht mehr nach. Das Haar gilt als ausgefallen.

In den noch ausreichend durchbluteten Bereichen können die Haarfollikel die Wachstums- und Ruhephasen normal durchlaufen.

 

Anzeichen von Spannungshaarausfall

 

Bei Männern als auch bei Frauen gibt es verschiedene Anzeichen dafür, dass eine Verspannung der Schädelmuskulatur den erblich bedingten Haarausfall begünstigen oder beeinflussen könnte.


 



  • ein auffallendes Glänzen der Kopfhaut besonders im Bereich der Geheimratsecken

  • permantente Faltenmuster auf der Stirn

  • ein allgemeines Spannungsgefühl der Kopfhaut

  • verstärkt auftrender Haarausfall bei psychischen Belastungen

  • das Hervortreten der Arteria temporalis superficialis (oberflächliche Schläfenarterie)

  • diagnostizierte Spannungskopfschmerzen

 

Verspannung der Schädelmuskulatur feststellen

EMG Messung Spannungshaarausfall

Durch eine EMG Messung lassen sich Verspannungen der Schädelmuskultur nachweisen.

Durch die so genannte Elektromyographie (EMG Messung) lassen sich Verspannungen der Schädelmuskulatur nachweisen.

Die EMG Messung dient in erster Linie dazu, die Intensität einer Verspannung zu bestimmen. Des weiteren kann man feststellen, über welchen Zeitraum die Verspannung auf die Blutgefäße wirkt, ob diese wieder rückführbar ist oder dauerhaft besteht.

 

 

 

Wann gilt die Schädelmuskulatur als verspannt?

Die normale Spannung des Musculus frontalis (Stirnmuskel) liegt normalerweise zwischen 0,7 und 1,5 Mü V. Der Muskel gilt als verspannt, wenn dieser Wert um das zwei- bis dreifache überschritten wird.

 

Therapiemöglichkeiten bei Spannungshaarausfall

Eine Therapie gegen den Spannungshaarausfall muss zwangsläufig immer die Relaxation der verspannten Muskulatur beinhalten. Ohne diese Grundlage können klassische Behandlungen nicht nachhaltig greifen.

Die Entspannung der Muskulatur soll eine ausreichende Durchblutung der betroffenen Areale wiederherstellen. Dadurch können bereits inaktive Haarfollikel durch eine gute Durchblutung wieder in eine Wachstumsphase übergehen. Noch aktive Haarfollikel werden durch die Relaxation vor Unterversorgung geschützt.

 

Grundsätzlich stehen drei therapeutische Ansätze zur Auswahl:

 

Bio-Feedback

Bei der Bio-Feedback Therapie wird mittels Haut-Elektroden die vorhandene Spannung der Schädelmuskulatur ermittelt. Der Betroffene erfährt durch ein akustisches und optisches Signal die Muskelspannung der überwachten Regionen.

 

Dadurch lernt der Patient gezielt, diese Muskeln zu entspannen. Ein tägliches Training ist jedoch Voraussetzung für einen Therapieerfolg. Der Zeitaufwand für Bio Feedback liegt pro Tag bei etwa 20 Minuten.

Die ersten Effekte der Therapie sind bei konsequenter Anwendung nach mehreren Monaten sichtbar.

 

Autogenes Training

Ein autogenes Training zur Muskelentspannung ist wohl der natürlichste Weg gegen Spannungshaarausfall. Ähnlich wie bei der Bio-Feedback Therapie ist ein konsequentes Training Grundvoraussetzung für einen Erfolg. Der tägliche Aufwand beträgt etwa 30-45 Minuten.

 

Das autogene Training ist eine Langzeittherapie. Erste Erfolge sind deshalb auch erst nach mehreren Monaten zu erwarten.

 

AC Therapie

Botox gegen Spannungshaarausfall

Botulinumtoxine lösen die Verspannungen der Schädelmuskulatur.

Die schnellste und wirksamste Methode den Spannungshaarausfall zu behandeln bietet die AC Therapie. Bei diesem Verfahren werden dem Patienten so genannte Botulinumtoxine (Botox) in die verspannten Muskeln injiziert.

Botulinumtoxin wird ebenfalls bei der kosmetischen Faltentherapie sowie bei Spannungskopfschmerzen verabreicht.

 

Das Relaxans lagert sich an den Verbindungsstellen zwischen Nerv und Muskel ab und unterdrückt die Reizsignale, welche für die Verspannung verantwortlich sind. Die entspannende Wirkung setzt bereits nach 2 Tagen ein und hält in der Regel 4-7 Monate.

Durch die Entspannung der Schädelmuskulatur können bereits inaktive Haarfollikel wieder in eine Wachstumsphase übergehen. Noch aktive Follikel werden vorbeugend gegen die Schäden einer Verspannung geschützt.

Man sollte der Therapie mindestens ein Jahr Zeit geben, um erste sichtbare Erfolge zu erwarten.

Der Kostenpunkt einer Therapie mit Botox liegt bei etwa 600€ pro Sitzung (ca 1200€ pro Jahr). Betroffene müssen die Kosten der Behandlung in aller Regel selbst tragen, da es sich um einen rein kosmetischen Eingriff handelt.


Quellenangabe und Verweise:

Plastische Chirurgie Nürnberg AC Therapie

Dr. Isabel Perianez Alopecia Contentionalis